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Hopplers Liebesränke

Presseberichte

 

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Hoppla mit Hopplers

Haben Sie, verehrter Herr, Ihre Frau schon mal betrogen? Meine Dame, wie steht es mit Ihnen, Ihrem Mann schon mal Hörner aufgesetzt? Wie böse das enden kann, zeigt uns die Chamer Volksbühne. Inszeniert im Stile einer Sitcom, stolpern die Protagonisten von einer komischen Situation in die andere. Das alles um ihr Lügengebilde aufrechtzuerhalten, doch vergeblich. Denn wie wir wissen: Lügen haben bekanntlich kurze Beine. Apropos Beine! Viel Bein zeigt nicht nur die hübsche überzeugende Darstellerin Beatrice Kälin als Frau Hoppler. Nein, auch Martin Kaufmann, in hochhackigen Schuhen, als Roman Buschor, kann stramme Waden vorweisen, getreu nach seinen Vorbildern Tony Curtis und Jack Lemmon in: Manche mögen's heiss. Heiss zu und her geht es wirklich bei Hopplers. Es wir gelogen und betrogen, was das Zeug hält. Sie schrecken auch nicht davor zurück, das Dienstmädchen (sympathisch gespielt von Sandra Studerus) dem Frieden zuliebe, zu opfern. Heiri Biberstein, für seine Freunde: Biberli (diese Rolle ist Rolf Rebmann praktisch auf den Leib geschrieben), ist dann auch der einzige Tugendvolle in der Runde.
Oder etwa doch nicht? Isabella Casagrande (Esther Bucheli könnte italienischer nicht sein), lockt den schüchternen Biberli schlussendlich doch noch aus der Reserve! Bald aber verliert er sein Herz erneut, diesmal an die schöne Doris (Sandra Studerus). In weiteren Rollen zu sehen sind Natalie Grond als schwer geplagte Tochter der Hopplers und Simon Weimer als ihr Verlobter. Wird doch durch die Eskapaden von Herrn und Frau Hoppler auch noch ihr Lebensglück aufs Spiel gesetzt. Susanne Buschor (Yvonne Greter), hat Mühe, ihren Mann Roman Buschor (Martin Kaufmann), in Pumps und roter Perücke wiederzuerkennen. Schlussendlich aber finden auch sie wieder zueinander.

Verantwortlich für das ganze Tohuwabohu ist im wahrsten Sinne des Wortes: Harry Sturzenegger.

Als männlicher Hauptdarsteller (Herr Hoppler), zieht er alle Register, ob Nervenzusammenbruch oder Verzückung über das weibliche Geschlecht, alles ist möglich. Doch konnte er in der diesjährigen Produktion nicht nur als Spieler fungieren, sondern zeichnet auch verantwortlich für Regie, Drehbuch und Autor. Ein Zufall, wie er selber berichtet. Ein schöner Zufall, der den Zuschauern viel Freude brachte.

Stück, Umsetzung und Spielerkönnen erfreuten das Publikum gleichermassen.

Wer noch das Glück hatte, das vom Gastgeber des Spielortes (Restaurant Kreuz in Cham) kreierte Drei-Gang-Menu zu kosten, war rundum zufrieden.
Special-Effects wie Lichtspiel, Nebelschwaden und Seifenblasen, mit dazu abgestimmter Musik verzauberten die Zuschauer.. Dadurch, dass die Spieler durch die Publikumsreihen auf- und abtraten, ergab sich auch ein hautnaher Kontakt zur Performance, was eine familiäre Atmosphäre erzeugte.
Die Produktion wurde unterstützt von Anne Harbig als Regieassistentin und auch durch Walter Lässer, Heinz Bähler (Bühne), Agnes Bühlmann (Souffleuse), sowie unzählige Helfer und Helferinnen. Alle arbeiteten massgeblich am Erfolg mit. Einige Worte zum Regiekonzept: nach intensiven Leseproben folgte die individuelle Figurenbezeichnung jedes Spielers und Erarbeitung der Zieldefinition. Auch hier konnten sich die Spieler selber weiterentwickeln. Ein Konzept, welches erfrischendes und temporeiches Spielen ermöglichte. Man freut sich schon auf den nächsten Streich der Chamer Volksbühne ... Hoppla!

Monica Maggi in der Theater Zytig Ausgabe 10/02

 

 

 

Zurücklehnen und sich gut amüsieren

Mit «Hopplers vergnügt verzwickten Liebesränken» bringt die Volksbühne Cham eine Sitcom auf die Theaterbühne. Mit Erfolg.

«Ein bisschen spähen, ein Aug voll glotzen», welche Geschichten das Leben schreibt, jedenfalls im Theater. Ja, manchmal tut es ja so gut, wie es der Harlekin zu Beginn der neuesten Produktion der Volksbühne Cham bemerkt, den (anderen) Menschlein bei deren kleinen Verfehlungen zuzuschauen. Noch besser ist es, wenn man sich dazu gemütlich in den Stuhl zurücklehnen - ohne dass es einen selber etwas angeht - und an einer hübschen Tafel fein speisen kann. All das ist momentan im Restaurant Kreuz zu haben bei «Hopplers vergnügt verzwickten Liebesränken». Für Stück und Regie zeichnet Harry Sturzenegger verantwortlich.

Spielfreudiges Ensemble

Und er hat seine Truppe bestens gewinnen können: Hier sind viel Spielfreude, ein harmonisches Ensemble und eine motivierte Crew vor und hinter der Bühne auszumachen. Und das bei einem Experiment: Aus zwei Kurzstücken hat Harry Sturzenegger in Anlehnung an TV-Sitcoms heitere Episoden rund um die Familie Hoppler gemacht.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Sowohl Viktor (Harry Sturzenegger) wie auch Yvonne Hoppler (Beatrice Kälin) pflegen ihre kleinen Techtelmechtel, wenn die Gattin beziehungsweise der Gatte in sicherer Entfernung vermutet wird. Immer wieder taucht der auch nicht ganz unschuldige Freund der Familie, Heiri Biberstein (Rolf Rebmann), auf, und selbstverständlich geht hier wie dort in Sachen Alibi alles schief. Die - stets reuigen - Sünder werden zur Rede gestellt: Erst wird alles abgestritten, dann mit tief hängendem Kopf bereut und für die Zukunft nur das Beste geschworen - was natürlich nicht eingehalten wird.
Der leicht voyeuristische Blick in die Stube und das weit verzweigte Beziehungsleben der Hopplers schaffen die Gelegenheit, sich aus sicherer Distanz an den Verstrickungen anderer zu vergnügen. Unterhaltung ist das Ziel nicht nur solcher Sendungen, sondern auch der Volksbühne Cham in ihrem diesjährigen Werk. Und das ist ihr bestens gelungen: Das Premierenpublikum am Freitag belohnte Spiel und Unterhaltung mit herzlichem Applaus.
Die Frage, ob Sitcoms tatsächlich auch noch auf Theaterbühnen gespielt werden müssen, darf und soll gestellt werden. Gewiss: Das Theater soll das Fernsehen nicht imitieren, sondern etwas Eigenständiges bieten. Nähe und Unmittelbarkeit gehören zum Spiel auf der Bühne. Und sie sind im «Kreuz» zu sehen. Kommt dazu, dass ein Laientheater sich bestimmt Gewinn bringend entwickelt, wenn es Neues ausprobieren kann.

auch das scheint gelungen:

Man braucht gar nicht einzelne Namen zu nennen. Was hier zählt, ist die Leistung der Truppe, die diesen leichten Stoff eben gar nicht leicht nimmt, sondern sehr genau und dies mit viel Gespür für Details angeht. So einfach die Geschichte ist, sie wird nie banal, und die Figuren sind herzhaft gezeichnet, ohne in (schlechte) Karikaturen zu verfallen. TV-Sitcom auf der Theaterbühne: Das Experiment ist gelungen. Aber - und dieses Aber gehört auch dazu: Theater ist mehr als das. So darf man jetzt schon gespannt sein, welche Form sich die Volksbühne als Nächstes vornehmen wird.

Gelungene Arbeit rund herum

Überzeugende Arbeit hat auch die Crew ausserhalb der Scheinwerfer geleistet: Licht- und Tongestaltung waren den Möglichkeiten des Saales entsprechend gut eingesetzt. Bühne, Ausstattung und Kostüme vermochten durch Details immer wieder ein Schmunzeln zu wecken. Und zum schön-kitschigen Schluss wird ganz tief in die Effektenkiste gegriffen: rotes Schummerlicht, Seifenblasen und Trockeneis gleichzeitig - das passt doch. Eine gute Leistung der Volksbühne Cham unter Harry Sturzenegger, zu der durch die Doppelbelastung des Regisseurs sicherlich auch die Regieassistenz von Anne Harbig ihren Teil beigetragen hat.

VON MARTIN SPILKER

 

Aufführungen der Theatergesellschaft Eschenbach

Pressebericht im Seetaler Bote

 

Aufführungsrechte: