Ich bin Partner von Amazon.


 

Meine persönliche Buchempfehlung:


Ich bin Mitglied bei:

 


 

 

Es Maitli für Alles

Presseberichte


 

Gelungene Premiere und Schweizer Erstaufführung der Volksbühne Cham

Volksbühne Cham: Ein gutes Stück, eine gute Inszenierung, gute bis sehr gute darstellerische Leistungen, ein gutgelauntes und applaudierfreudiges Publikum, kurz eine gut gelungene Premiere und Schweizer Erstaufführung am letzten Samstag abend im beinahe ausverkauften Lorzensaal. Es wurde viel gelacht und geschmunzelt.

«Dä Mänsch mues doch öppis sii, susch ischer nüüt. Und wänn er nüüt isch, isch er nüüt», diese einfache Weisheit, des mit einer etwas eigenen Philosophie «ausgerüsteten» Hauswartes Hugentobler (bestens interpretiert von Walter Lässer) ist irgendwie symptomatisch für den Inhalt der von den zwei Österreichern Ignaz Brantner und Willy Dunkel geschriebenen Komödie und vom Volksbühnenrnitglied Harry Sturzenegger ins Dialekt übersetzten Stückes «Es Maitli für alles».

Gute darstellerische Leistungen

Eine verarmte Familie eines Akademikers, die dauernd in Geldnöten steckt und dabei von «Überbrückungskrediten» ihres, aufopfernden Dienstmädchens Lisa (hervorragend gespielt von Annalena Beischart) profitiert, leidet unter einem überaus starken Standesdünkel der Dame des Hauses Claire von Salis (gut umgesetzt von Trudy Lang), die ihre Tochter Susanne (Alice Sidler) unbedingt mit dem reichen und ein lockeres Leben führenden Muttersöhnchen Max Ramseyer (gut dargestellt von Daniel Steiner) verheiraten wollte. Ganz nach dem Motto des «Maitli für alles», welche die These vertritt «En aaständige Mänsch liebt nicht, en aaständige Mänsch hürotet» lebt der Herr des Hauses, Dr. Daniel von Salis (eine gute darstellerische Leistung von Karl Köpfli), der sich vom typischen Pantoffelheiden im Verlaufe des Stückes zum wahren Herr des Hauses durchmausert.

Lebhafte Familien-Komödie

Und so entwickelt sich eine lebhafte Familienkomödie um das liebe Geld und um eine junge Liebe, die sich selbstverständlich zum Schlusse zum Guten wendet. Wir begegnen dabei noch dem zittrigen Grossvater Jakob von Salis (mit gewohnter Brillanz dargestellt von Franz Kaufmann), der sich allemal an seine längst vergangene Grenadierzeit erinnert. Wir begegnen dem komisch-schüchternen Elektriker Franz Burkhalter (sehr gute Leistung von Martin Kaufmann), der dafür sorgt, dass zwischen seiner angebeteten Susanne und ihm keinen "Wackelkontakt" entsteht, und wir begegnen der exaltierten Frau Ramseyer (glaubhaft gespielt von Anni Simon). Als wahre Künstlerin eines langen Tränenflusses erweist sich das Dienstmädchen Heidi (Yvonne Greter) und als absolute Kennerin des Obligationenrechtes das Dienstmädchen Babette (Beatriz Mondin). Dem etwas schüchternen Sohn des Hauses, Ernst von Salis (Adrian Wyttenbach) gelang es immer wieder, von der Seele des Hauses, Lisa, Geld fürs Kino und Zigaretten zu erbetteln.

Herausragende Leistung

Obwohl den drei an der Inszenierung arbeitenden Regisseuren Jo Stadelmann (krankheitshalber sechs Wochen vor der Premiere ausgefallen), Sturzenegger und vor allem Ziltener, welcher dem Ensemble sichtlich den letzten und entscheidenden Schliff zu geben wusste, eine ausgewogene und erwähnenswerte Inszenierung gelang, lebt das Stück vom Dienstmädchen Lisa, dem die Autoren die zentrale und dominierende Rolle zudachten. Annalena Betschart, die wir seit Jahren als gute Schauspielerin der Volksbühne Cham kennen, sah die Chance dieser Rolle und machte aus ihr ein sehenswertes Kabinettstückchen, ohne dabei ihre Mitspielerinnen und Mitspieler an die Wand zu spielen.

Dankbares Publikum

Das bereits zur Premiere zahlreich erschienene Publikum fühlte sich offensichtlich angesprochen von dieser Inszenierung, geizte nicht mit Lachsalven und Zwischenapplaus und bescherte das glückliche Ensemble mit einem langanhaltenden Schlussapplaus. Dieser galt aber sicher nicht nur den Protagonisten auf der Bühne, sondern auch der Regie, der tüchtigen Bühnenmannschaft und allen Helferinnen und Helfern hinter der Bühne. Eine gute Volkstheateraufführung eben nicht nur von dem, was vor Vorhang geschieht, sondern auch den stillen Mitwirkenden in verschiedenen Ämtchen hinter dem Vorhang.

Cäsar Rossi 13. März 1995

Aufführungsrechte: